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Gengenbach | 8.10.2021

Verabschiedungsplatz im Ruhewald »Bildtann« feierlich übergeben

Urnenbestattungen in Ruhewäldern erfahren zunehmende Beliebtheit – Waldservice Ortenau hat gesellschaftliche Aufgabe übernommen

Foto:
Aufsichtsratsvorsitzender und Bürgermeister Thorsten Erny (Mitte), Gengenbach mit Orts­vorsteher Manfred Armbruster, Gengenbach-Fußbach (2. von rechts) mit dem Vorstand, Aufsichtsrat und Mitarbeiter der Waldservice Ortenau eG, bei der Übergabe des neuen Verabschiedungsplatzes »Ruhewald Bildtann«. Foto: Winfried Köninger
von Winfried Köninger

Im Ruhewald »Bildtann« in Gengenbach-Fußbach ist mit der Übergabe des neuen Andachtsplatzes mit Pavillon und Ambo eine Lücke im Bestattungswesen dieser segensreichen Einrichtung nahe dem Waldfriedhof des Pflege- und Betreuungsheimes Ortenau geschlossen worden.

Jutta Uhl, Waldservice Ortenau, zuständig für den Ruhewald, vor der künstlerisch gestalteten ovalen Schalen-Skulptur im neuen Pavillon.

Im Beisein des Aufsichtsrates der Waldservice Ortenau eG (WSO) mit ihrem Vorsitzenden Bürgermeister Thorsten Erny, Ortsvorsteher Manfred Armbruster, sowie WSO-Geschäftsführer Kurt Weber und die zuständige Mitarbeiterin Jutta Uhl wurde der Verabschiedungsplatz mit dem Pavillon und der vom Steinacher Bildhauer Michael Steigerwald gestalteten ovalen Schalen-Skulptur, wie auch einem Ambo für Trauerreden, seiner Bestimmung übergeben.

Es war das Jahr 2014 als der damalige Förster, Gengenbacher Stadtrat und Fußbachs Ortsvorsteher, Stefan Grimm, die Idee hatte und die Initiative ergriff, im naturbelassenen Strohbachwald einen Ruhewald einzurichten. Der Erfolg der starken Inanspruchnahme mit Bestattungen über die im Jahr 2016 eröffnete Ruhestätte gibt im Recht. Stefan Grimm, der 2015 allzu früh verstarb, fand in der »Bildtann« in seiner Urne selbst einen Platz in seinem geliebten Waldstück.

Urnenbestattungen in Ruhewäldern erfahren zunehmende Beliebtheit. In der über fünf Jahren bestehenden Einrichtung fanden bisher 450 Verstorbene ihre letzte Ruhe. Jährlich sind es jetzt nahezu 100 Bestattungen, mit steigender Tendenz. Gründe sind die Kosten für die Grabpflege und die oftmals große Ortsferne der Angehörigen, wie auch der Wunsch nach einer Bestattung in einem natürlichen Umfeld.

Aktuell sind 1.000 Grabplätze verkauft, davon sind 45 Prozent belegt, der Rest ist vorausgekauft. Auf einer Gesamtfläche von 14,39 Hektar Wald sind 390 ausgewiesene Ruhebäume, die jeweils mit bis zu durchschnittlich zehn Plätzen belegt werden können.

In der Nähe befindet sich auch die 1975 auf Privatinitiative errichtete und eingeweihte Waldkapelle. Damit werden auch die christlichen Werte des Ruhewaldes hervorgehoben. In der »Bildtann« kann jeder beigesetzt werden, unabhängig von Religionszugehörigkeit, Herkunft und Wohnort. Der neue Verabschiedungsplatz ist auch Teil des Skulpturenpfades »Lebensweg« und befindet sich auf deren Route.

Die Waldservice Ortenau eG, als Betreiber, hat neben ihrer ureigenen Aufgabe, der Holzvermarktung der Ortenauer Kommunal- und Privatwälder, mit dem Projekt »Ruhewald Bildtann« eine weitere gesellschaftliche Aufgabe übernommen und führt dies im Auftrag der Stadt Gengenbach, die auch Eigentümerin des Waldgrundstückes ist, durch. Aufsichtsratsvorsitzender der WSO  und Gengenbachs Bürgermeister Thorsten Erny: »Getragen von der Idee der Waldbestattung ist dieser naturbelassene Ort nicht nur für Gengenbach, sondern auch überregional von Bedeutung« (info: www.ruhewald-bildtann.de).

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Schlagworte:
Ruhewald Bildtann Gengenbach

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