Der Donnerstag hatte viel Wind im Gepäck. Am Freitag legte das Schiff in Rostock an. Am Samstag hieß es für die AWO-Crew Abschied nehmen.
20 Jugendliche aus dem Kinzigtal sind zur AWO-Segelfreizeit 2025 auf der Ostsee gestartet. Vor ihnen liegt eine Woche Abenteuer, Seemannschaft und Teamgeist auf dem Gaffelschoner „Johann Smidt“. Mit ihren täglichen Logbucheinträgen lassen sie die Leser in der Heimat am AWO-Segeltörn 2025 teilhaben.
Donnerstag, 21. August – Logbucheintrag von Svenja Göhring, Marie Walter und Armin Latief
Der Tag in Travemünde startete auch am „Seemannssonntag“ mit der brillanten Arbeit der Backschaft. In der Kombüse sind alle einen kompletten Tag eingeteilt, um Smutje Frank beim Vor- und Zubereiten der üppigen Verpflegung zu helfen sowie das viele Geschirr von Hand zu spülen.
Nachdem wir alle Aufgaben an Bord soweit erledigt hatten, gingen wir zur Passat. Der Frachtsegler ist eine Viermast-Stahlbark, die als einer der legendären Flying P-Liner der Reederei F. Laeisz 1911 bei Blohm & Voss vom Stapel lief. Nach der Führung durch das Schiff, das heute als Museum in Travemünde liegt, hieß es jetzt schnell ablegen, bevor die Pier wegen der erwarteten Kreuzfahrtschiffe gesperrt wird.
Das Wetter war für manche auf dem Schiff ein großer Gegner, aber auch sehr gut um das Grosssegel, Schoner, Baumfock und Klüver 2 zu setzen. In Böen betrug die Windstärke bis zu 8 Beaufort. Die Arbeit in der Kombüse war deshalb eine ziemlich rutschige Angelegenheit.
Wegen des erwarteten schweren Wetters sind wir abends in den Hafen von Warnemünde eingelaufen. Nach dem schwierigen Anlegen in der Dunkelheit gingen wir nach einem schönen Tag zur Ruh‘, während für die Hafenwache die Arbeit begann.
Freitag, 22. August 2025 – Logbucheintrag von Luis Bayh, Amadeus Künstle und Lotta Schrempp
Der Tag in Warnemünde begann an Bord der Johann Smidt mit einem gemütlichen Frühstück in der Messe. Nach dem Essen machten einige Warnemünde unsicher oder besorgten frische Vorräte. Jemand von uns teilte unfreiwillig sein Fischbrötchen mit einer hinterhältigen Möwe.
Zurück auf dem Schiff packten alle mit an und schrubbten gründlich das Deck. Bei einer frischen Brise war die Arbeit schnell erledigt. Nach dem Mittagessen stachen wir in See zu unserem letzten Ziel: Rostock.
Gegen Nachmittag erreichten wir den Hafen, wo wir sicher anlegten, Schwarzwasser abgaben und Frischwasser tankten. Der Höhepunkt des Tages folgte mit dem traditionellen Kapitänsdinner, das die erweiterte Backschaft gezaubert hat. Es gab knusprige Bruschetta, würziges Curry mit Reis und als krönenden Abschluss rote Grütze mit Eis und Sahne. Das Essen schmeckte vorzüglich, Kapitän Jürgen war sichtlich gerührt und die Stimmung war ausgelassen.
Doch der Abend hatte noch eine Überraschung parat: Um Mitternacht feierten wir Lenas Geburtstag. Mit selbstgebackenen Muffins, Wunderkerzen und Musik endete der Tag so fröhlich, wie er begonnen hatte.
Samstag, 23. August 2025 – Logbucheintrag von Lena Müller und Sebastian Huber
Auch der letzte Tag startete mit einem musikalischen Erwachen und einem köstlichen Frühstück der Backschaft. Wir packten unsere Sachen und richteten Proviant für die lange Fahrt.
Dann folgte die große Putzaktion. Nach dem Motto „viele Hände, schnelles Ende“ waren wir in Teams eingeteilt und jeder packte mit vollem Einsatz an. Es hieß Kombüse schrubben, Wäsche versorgen, Kammern und Toiletten putzen. Als das Schiff wieder glänzte, hieß es Abschied nehmen und wir mussten aufbrechen.
Nach einer kurzen Straßenbahnfahrt standen wir am Bahnhof in Rostock und fuhren mit dem ICE über Berlin nach Hause. Erfolgreich in Berlin angekommen, ging es dann auch nach einer kurzen Stärkung weiter Richtung Offenburg. Trotz einer kurzen Unterbrechung erreichten wir vollständig und glücklich unsere Heimat.
Am Ende der Reise danken wir der AWO, den Teamern Christoph, Max und Angela sowie der Stammcrew der Johann Smidt für den wundervollen Segeltörn. Einen herzlichen Gruß und Dank auch an unsere Eltern für die Spülmaschine, den Wäscheservice und das Zwei-Meter-Bett, das uns zuhause erwartet. Und somit Tschau mol, Tschau von den Deckshänden der AWO-Segelfreizeit 2025.
Foto: privat
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