Malerei von Borris Goetz in Zell

Ausstellung vom 20. November bis 28. November 2021 jeweils von 16 bis 19 Uhr im Tellerbau Obere Fabrik

Die zweite Ausstellung in der Kategorie »Bildende Kunst« am Zeller Kunstweg ist gerade in der Vorbereitung. Die Ausstellung wird vom 20. November bis 28. November 2021 jeweils von 16 bis 19 Uhr im Tellerbau Obere Fabrik (Kulturzentrum) stattfinden. Ausgestellt werden Werke vom Künstler Borris Goetz.

Borris Goetz‘ künstlerisches Wirken hat auch in Zell seine Spuren hinterlassen. Vielen Zellern ist das Altarbild in der evangelischen. Kirche in Zell a. H. bekannt. Das Werk in Acryl und Ölfarben, ein Triptychon, hat die beachtlichen Abmessungen 250 x 700 Zentimeter und entstand 1970.

Wie so oft, fallen einem die Dinge zu, so Hr. Hilzensauer, 2. Vorsitzender der Zeller Kunstwege. »Nach der erfolg­reichen Ausstellung »Retrospektive Alte Zeller Maler« machten wir uns im Vorstand Gedanken, welchen Künstler wir in 2021 ausstellen können. Da erfuhren wir von Altbürgermeister Hans-Martin Moll, dass die Stadt Zell einen Nachlass von Familie Lauermann erhalten hat.« Der Nachlass sind Werke des Malers Borris Goetz. Mit dem Nachlass sei die Bedingung verknüpft gewesen, diesen Maler in einer Ausstellung zu würdigen. Für eine interessante Ausstellung sind ausreichend Werke vorhanden. Die Schirmherrschaft für die Ausstellung übernimmt die Stadt Zell.

Zum Künstler

Borris Goetz, Jahrgang 1915, lässt sich in einem gewissen Sinne zu jener Generation von Künstlern zählen, die gelegentlich als »verschollene« »betrogene« und »übergangene« bezeichnet wurde. Diese Vergessenen werden von der Kunstwissenschaft und vom Kunstmarkt neu oder wieder- entdeckt und in Publikationen und Ausstellungen einer breiteren Öffentlichkeit ins Bewusstsein gebracht. Er war ein nonkonformistischer Maler, besonderes unter dem Nationalsozialismus. Der Maler überlebte Krieg und Gefangenschaft und nach dem Wiederbeginn, Schicksalseinbrüche im ganz persönlichen Bereich. Aus allen Lebensabschnitten liegt ein an Themen und Techniken vielfältiges Werk vor, dessen Einheit ganz alleine gründet in der Person Borris Goetz.

Der Künstler selbst sagt über sich: »Oft ist es mir, als ob ich in einer Art Voraus-Sicht gelebt hätte. Die Fähigkeit zu »sehen« und zu »erfühlen« war mir immer das Maß meiner eigenen Verzweif­lung an der Welt. Wenn es jetzt so aussieht, als hätte ich das »Leben ernst und heiter die Kunst« genommen, so ist das eine oberflächliche Täuschung. Für mich war die Kunst nie heiter, sie war in mir ein innerer Zwang und eine ewige Auseinandersetzung mit meiner Umwelt.«

Aus seinem künstlerischen Werdegang: 1937 reiste er in die Schweiz, nach Italien und Südfrankreich, wo er annähernd zwei Jahre verbrachte. Er ging nach Cannes und begegnete unter anderem Picasso und Matisse. In dieser Zeit lernte er auch Consuelo Suncín Sandoval kennen, die Frau von Antoine de Saint-Exupéry, die er mehrfach malte.

Die Ausstellung lässt in die klassische Moderne zurückblicken. Ein weiterer Artikel über den Künstler wird im Rahmen der Ausstellung in Kürze erscheinen.

Wann und Wo

Ausstellung vom 20. bis 28. November 2021 jeweils von 16 bis 19 Uhr.
Vernissage: Freitag, 19. November 2021 um 18.30 Uhr.
Tellerbau Obere Fabrik (Kulturzentrum), Zell am Harmersbach.