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Nordrach | 6.10.2023

Mystischer Auftakt in den Moospfaffmonat Oktober

Foto:
Durch Egbert Laifer wird die Sagengestalt jedes Jahr in Nordrach wieder erweckt. Foto: Touristen-Information Nordrach
von Barbara Kamm-Essig

Die Nordracher Sagengestalt erschien leibhaftig und sorgte bei über 80 Zuschauern für spannendes Gruseln.

Foto: Touristen-Information Nordrach
Alessio Hirschkorn übt sich in der Darstellung des Moospfaff.
Foto: Touristen-Information Nordrach
Ein begeistertes Publikum beim Mystischen Moospfaffabend.
Foto: Touristen-Information Nordrach
Wer kennt die meisten Moospfaff-Geschichten – ein „sagenhafter“ Wettstreit zwischen Egbert Laifer und der Zetzel (Michaela Neuberger).

Über 80 Zuschauer erlebten am vergangenen Montagabend im Bürgerhaus wie ihnen der Nordracher Moospfaff leibhaftig erschien. Wie er in der heimelig-unheimlichen Atmosphäre des vielfach flackernden Kerzenlichts von seinem Leben erzählte, und eindrücklich im Film mit Bildern und Klängen das Leben und die Geschichten um den Moospfaff lebendig wurden. Abgerundet wurde der erlebnisreiche Abend durch ein „Sagen-Battle“ zwischen Egbert Laifer und Michaela Neuberger.

Mystische Atmosphäre

Mit einem Mal wurde es dunkel im großen Saal. Sphärische Klänge ertönten, stetig anschwellend. Mystisch, und vielleicht auch ein wenig unheimlich. Im schwachen Schein der auf den Tischen verteilten Teelichte zeichnete sich am Eingang des Saales ein dunkel wandelnder Schatten ab.

Mit hoch erhobener Laterne schritt er bedächtig durch die Reihen. Verhielt andächtig vor dem hölzernen Kreuz an der Wand, bevor er – wie nach einem Weg suchend – seine Abtszelle betrat. Ein Raunen ging beim Anblick des Bühnenbildes durch den Saal. Die unzähligen Kerzen beschienenen die Reliquien und die alten Bücher und ließen die Besucher eintauchen in das religiös-spartanischen Leben im 18. Jahrhundert.

In die Kutte eines Franziskanermönches gewandet, legte die sagenhafte Gestalt ihren vor Wind und Wetter schützenden Schlapphut ab, desgleichen den knorrigen, mit Efeu bewachsenen Wanderstock. Sie strich über ihren Ziegenbart, kniete nieder zum Gebet. Um dann, am Tisch sitzend, laut über ihr Leben nachzudenken, während sie es gleichzeitig auf Papier festhielt, mit dem Gänsekiel in der Hand.

300 Jahre nach seinem Tod

300 Jahre sind seit dem Tode des im Jahre 1710 geborenen Benediktus Riescher vergangen. Unzählige Geschichten und Legenden über den einstigen Abt sind seither entstanden. Über ihn, den Moospfaff, der seit seinem Ableben ruhelos durch die Moos wandert. Um all jenen zu erscheinen, ob bei Tag oder bei Nacht, die weder Angst noch Furcht vor ihm haben.

„Was war geschehen, dass mir ein solches Leben nach meinem Tode auferlegt wurde?“, fragte er sich. Seine Erklärungsversuche führten tief hinein in die Geschichte einstiger Grenzstreitigkeiten zwischen dem Gengenbacher Franziskanerkloster und der Gemeinde Nordrach. Führten ebenso tief in die Geschichte von Nordrachs einstiger Glasfabrik. Deren dreimal verlegte Standorte befanden sich im entlegenen Gebiet des hinteren Nordrachtals. Wegen der großen Waldbestände des „Moos“-Gebietes, das billiges Brennholz für die Glasherstellung lieferte.

Stilechter Moospfaff-Markt

Nach diesem tiefen Eintauchen in die besondere Geschichte Nordrachs, in die Entstehung der Glasfabrik und in die sagenumwobene Gestalt des Abtes Benediktus Riescher, der als Moospfaff bis heute keine Ruhe findet, verweilten die Gäste gerne in der Pause im kleinen Markt.

Die Obstbrennerhöfe Schwarz hof, Haas-Hof, Boschert- und Becherer-Hof hatten im kleinen Saal einen stilechten Moospfaff-Markt auf die Beine gestellt, ergänzt mit den süßen Versuchungen der Pralinenmanufaktur Choco-L. Hier konnte probiert und mit nach Hause genommen werden: ganz neu der Moosauge-Gin vom Schwarzhof, schon mit längerer Tradition die Moospfaffkugel, die verschiedenen Brände und Liköre der Nordracher Obstbrenner, die getöpferten Kunstwerke von Angela Boschert, der fruchtig vollmundige Moospfaff-Likör und der spritzige Moospfaff-Prickler als alkoholfreier Aperitif.
Zwei Kurzfilme über den Moospfaff
Nach der Pause setzten zwei Kurzfilme – von Stefan Arbogast und Egbert Laifer kreiert – die drei vorherrschenden Legenden um das Leben des Moospfaffs professionell in Szene. Noch einmal gelang das intensive Eintauchen in die Nordracher Sagenwelt.
Die Moderation des „Mystischen Moospfaffabends“ oblag Michaela Neuberger, die als Bäuerin Zetzel mit viel Witz und Pfiff agierte und am Ende der Veranstaltung mit Egbert Laifer in einen lustigen Wettkampf verfiel, wer denn die meisten Moospfaff-Sagen zu erzählen wusste. Da wurden die Sage vom Metzger, der sich viel zu spät auf den Nachhause weg gemacht hatte, ausgegraben, die Geschichte vom ver wegenen Arbeiter Kajetan am Moos turm und noch viele andere.

Fallers-Schauspieler beeindruckt

Begeistert vom Mystischen Moospfaffabend und der besonderen Stimmung im Nordrachtal war auch Alessio Hirschkorn, besser bekannt auch als „Albert“ aus der Fernsehserie „Die Fallers“. Auch wenn er beeindruckt war von der schauspielerischen Leistung von Egbert Laifer, der jedes Jahr im Oktober mit absoluter Perfektion in die Rolle des Moospfaff schlüpft und diese lebendig werden lässt, hat er sich gerne auch selbst in die Abtszelle gesetzt, um sich in die Rolle einzufinden.

Weitere Moospfaff- Veranstaltungen

Der „Mystische Moospfaffabend“ war der Auftakt der 13 besonderen Moospfaff-Veranstaltungen 2023. Auch wenn einige Veranstaltungen bereits ausverkauft sind, gibt es für folgende Erlebnisse noch Karten:

11.10.2023, 13.00 Uhr: Geschichtenwanderung zum Mühlenstüble

19.10.2023, 18.30 Uhr: Kulinarischer Abendspaziergang

26.10.2023, 14.30 Uhr: Moospfaff-Kaffeekränzle

Alle Infos unter www.nordrach.de, Anmeldung & Infos: Touristen-Info Nordrach: Tel.: 07838/929920 oder per mail: touristen-info@nordrach.de.

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Schlagworte:
Moospfaff Nordrach, Touristen-Info Nordrach

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