Beim Tag der Freien Schulen sprach Marion Gentges mit Auszubildenden der Paritätischen Schulen über Fachkräftemangel, Wehrpflicht und frühe Hilfen.
Marion Gentges kam mit einer konkreten Fragen nach Hausach: Was tun bei schweren Straftaten noch nicht Strafmündiger? Geschlossene Einrichtungen? Die Landesjustizministerin wollte im Rahmen des Tags der Freien Schulen wissen, wie angehende Jugend- und Heimerzieher über dieses Problem denken.
Die Antwort der Auszubildenden an den Paritätischen Schulen fiel eindeutig aus: sehr frühe und präventive Hilfen statt Wegsperren. Ursachenbekämpfung, nicht Symptombehandlung. Es diskutierten zwei Kurse – erstes und drittes Ausbildungsjahr – mit der CDU-Politikerin über ihre Berufswirklichkeit.
Wartelisten wegen Personalknappheit
Das zentrale Anliegen der Schüler: die Unterbesetzung in den Einrichtungen. Fachkräfte seien stark herausgefordert, den Kindern und Jugendlichen gerecht zu werden, erklärten sie. Oft bestünden lange Wartelisten, weil die Kapazitäten erschöpft seien. Einrichtungen könnten junge Menschen deshalb nicht mehr an spezialisierte Stellen weitervermitteln. Bei psychischen Hilfen seien monatelange Wartezeiten üblich. Dabei wäre hier schnelle Hilfe besonders wichtig.
Gentges betonte, ihr liege am Herzen, möglichst früh helfen zu können. Ein Phänomen sei, dass bestehende Stellen oft nicht besetzt werden könnten. Das sei aber in den Einrichtungen der Auszubildenden eher nicht das Problem, räumte sie ein. Es brauche aus deren Sicht tatsächlich zusätzliche Stellen.
Dienst an der Gesellschaft mit Alternativen
Spürbar beschäftigte die Auszubildenden die mögliche Wiedereinführung der Wehrpflicht. Gentges plädierte für einen Dienst an der Gesellschaft, der neben dem Wehrdienst auch Alternativen im sozialen oder ökologischen Bereich zulässt. Damit konnte die Mehrheit der angehenden Jugend- und Heimerzieher etwas anfangen.
Beim Thema Social Media stellte die Landtagsabgeordnete in den Raum, die schulische Nutzung nicht zu früh zuzulassen.
Freie Schulen fordern Gleichstellung
In kleinerer Runde mit Schulleiterin Maike Hassel und Geschäftsführerin Astrid Müller ging es um die Anliegen freier Schulträger. Der diesjährige Aktionstag steht unter dem Motto „Bildung braucht Räume – Faire Finanzierung für Schulbau und Sanierung“. Freie Schulen sehen sich mit einem Bau- und Sanierungsstau konfrontiert.
Müller plädierte für eine gleichrangige Berücksichtigung mit staatlichen Schulen. Erstaunt zeigte sich Gentges, dass auch bei der Ausbildung sozialer Berufe Schulsozialarbeit als wichtiger Bestandteil des Schullebens gesehen wird.
Ein weiteres Thema: In der Pflege sind heute die meisten Auszubildenden Personen aus Drittstaaten. Sie bekommen zwar ein Visum für die Ausbildung, dürfen aber erst unmittelbar vor Beginn einreisen. Das Ankommen in der Ausbildung sei dadurch sehr schwer, betonte Hassel. Gentges setze sich für eine um drei Monate frühere Einreisemöglichkeit ein.
Über den Tag der Freien Schulen
Der Tag der Freien Schulen bietet Landtagskandidaten landesweit die Möglichkeit, Schulen in freier Trägerschaft in ihrem Wahlkreis zu besuchen. „Gerade freie Schulen wie die Paritätische Schule in Hausach beweisen, wie viel Innovationskraft und pädagogische Vielfalt in unserer Bildungslandschaft steckt. Der Besuch hat mir eindrucksvoll gezeigt, wie engagiert hier junge Menschen für soziale Berufe ausgebildet werden. Dieses hohe Maß an Freiheit und Verantwortung schafft Räume, in denen Werte, Empathie und berufliche Kompetenz gleichermaßen wachsen können,“ betonte Gentges zum Abschluss ihres Besuchs.





