Nebenstelle im Kreispflegeheim Fußbach

Die Biberacher Ärztinnen Christine Dold und Rabea Rohr werden ab 2017 eine überörtliche Gemeinschafts­praxis in einem Geschäftshaus in Hausach betreiben

Die Ärztinnen Christine Dold und Rabea Rohr werden zum Jahres­ende ihre bisherigen Praxisräume in der Haupt­straße 19 verlassen und ab Januar 2017 eine überörtliche Praxis in Hausach mit Nebenstelle in Gengenbach-Fußbach betreiben.

»Wir haben uns entschlossen, über einem Zeitungsbericht unseren definitiven Umzug nach Hausach mitzuteilen«, sagten die beiden Ärztinnen bei einem Pressegespräch am Dienstag. Zwar wird über einen entsprechenden Aushang in der Praxis informiert, doch möchten die beiden Fachärztinnen für Allgemeinmedizin alle Patienten erreichen und auch die Gerüchteküche schließen, die im Laufe der vergangenen Monate entstanden ist.
Rückblende: In der Februar-Sitzung des Gemeinderats hatte sich Christine Dold in der Bürgerfrageviertelstunde zu Wort gemeldet und auf eine Entscheidung gedrängt, ob sie die leerstehenden Räumlichkeiten im Erdgeschoss der »Alten Fabrik« für ihre Gemeinschaftspraxis anmieten könnten. Zwar war man zu diesem Zeitpunkt bereits im Gespräch mit der Verwaltung gewesen, doch Rabea Rohr und Christine Dold hatten ein massives Zeitproblem: Der Mietvertrag für die Räumlichkeiten in der alteingesessenen Praxis in der Hauptstraße 19 – die beide wegen der vielen Treppenstufen als nicht zukunftsträchtig einstufen – lief zum Jahresende aus, und sie wollten sich auf alle Fälle verändern. Christine Dold betonte seinerzeit, dass sie innerhalb von zwei Monaten eine Entscheidung haben müssten.

Weil es mit der »Alten Fabrik« aus ihrer Sicht nicht schnell genug voranging, schauten sich Christine Dold und Rabea Rohr im Frühjahr in verschiedenen Orten nach Alternativen um. Als dann schließlich am 9. Mai in nichtöffentlicher Sitzung der Beschluss fiel, den Ärztinnen die Gemeinderäumlichkeiten zu den gewünschten Bedingungen und entsprechend ausgebaut zu vermieten, hatten diese mit dem Thema schon abgeschlossen. Nachdem ihre Anfrage im April nicht auf der Tagesordnung gestanden sei, hätten sie nicht mehr mit einem positiven Beschluss gerechnet, begründeten die beiden Medizinerinnen in einem gemeinsamen Pressegespräch mit Bürgermeisterin Daniela Paletta Mitte Juni im Rathaus ihre Absage. Und berichteten dabei auch, dass sie ein Alternativangebot erhalten hätten.

Zustimmung der Kassenärztlichen Vereinigung am vergangenen Mittwoch

Dieses Angebot hat der Zulassungsausschuss der Kassenärztlichen Vereinigung in seiner Sitzung am Mittwoch letzter Woche in trockene Tücher gebracht: Die Niederlassung in Hausach wurde positiv beschieden. Und das bedeutet, dass Christine Dold und Rabea Rohr zum 1. Januar 2017 eine überörtliche Gemeinschaftspraxis mit Sitz in der Hauptstraße 2 – 4 betreiben werden. Übrigens in einem Geschäftshaus mit Läden sowie weiteren Arzt- und Physiotherapiepraxen. Und der zugehörigen Infrastruktur wie rollstuhlgerechtem Zugang und Aufzug.

Auch nachdem sich das Projekt »Alte Fabrik« zerschlagen habe, hätten sie sich mit Blick auch auf eine Zweitpraxis weiter nach Objekten in Biberach und Zell umgeschaut, berichtete Rabea Rohr. Dies sei erfolglos geblieben, doch um die Biberacher Patienten nicht im Regen stehen zu lassen, werden die Ärztinnen nun eine Nebenstelle im Kreispflegeheim in Gengenbach-Fußbach einrichten. »Es war nichts anderes möglich« bedauern beide, denn es ist ihnen ist durchaus bewusst, dass – wenn auch nur vier Kilometer zwischen Biberach und Fußbach liegen – für viele Patienten der Weg doch weit ist.

Im Pflege- und Betreuungsheim Ortenau-Klinikum wird bereits rund die Hälfte der Heimbewohner von den beiden Ärztinnen medizinisch betreut. Praxisräumlichkeiten und Inventar sind im Gemeinschaftshaus bereits vorhanden und können mit verhältnismäßig geringem Aufwand so ausgestaltet werden, dass sie auch von externen Patienten genutzt werden können. »Uns wurde in einem ersten Gespräch signalisiert, dass man sich auf Publikumsverkehr freut«, berichteten Christine Dold und Rabea Rohr weiter. Bisher sind die Ärztinnen in Fußbach an drei Tagen in der Woche für jeweils zwei Stunden für die Bewohner im Einsatz, und diese Öffnungszeiten sollen zukünftig entsprechend erweitert werden: »Wir werden erst einmal großzügig planen, um dann nach Bedarf zu gestalten«. Auch müssen die Einzelheiten noch mit der Leitung des Kreispflegeheimes besprochen werden, doch fest steht, dass beide Ärztinnen an beiden Standorten tätig sein werden.

Mit nach Hausach bzw. Fußbach umziehen werden übrigens auch die derzeit fünf medizinischen Fachangestellten: »Ein tolles Team, das uns in den letzten Monaten eine große Stütze war«, wie Christine Dold und Rabea Rohr betonen. Die Ärztinnen werden den Betrieb in der Biberacher Praxis so lange wie möglich, voraussichtlich bis etwa eine Woche vor Weihnachten, aufrecht erhalten.

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