Nur eine Stunde bis Berlin …

Im Jerichower Land gelingt Gottfried Zurbrügg das Entschleunigen

Gottfried Zurbrügg ist pensionierter Lehrer, Buchautor – und Prädikant. Bei seinen Einsätzen in anderen Kirchengemeinden lernt Gottfried Zurbrügg viele Menschen und besondere Orte kennen. Seine Erlebnisse in
Jerichow teilt er gerne mit den Lesern der »Schwarzwälder Post«. Er schreibt …

Jerichow liegt mitten im platten Land, wie man so sagt. Das Jerichower Land ist so groß wie die Stadt Frankfurt, aber dort leben nur so viele Menschen wie in Zell mit allen Ortsteilen. In der Nähe liegen natürlich die beiden Städte Stendal und Tangermünde, aber auch sie sind zusammen viel kleiner als Offenburg. Also nichts los? Bis auf die B 107. Die Straße wird von Lastern Tag und Nacht befahren und bringt viel Lärm und Feinstaub. An der »B« liegen auch die Lokale, die darauf warten, dass durchfahrende Autos doch einmal anhalten und Gäste aussteigen. Es würde sich lohnen!

Ich hatte meine Lebensgefährtin vom Bahnhof abgeholt. Güsen. Der Bahnhof liegt ganz allein an einer schnurgeraden Strecke von Magdeburg nach Berlin. Hin und wieder rast ein IC durch, aber dann hält auch ein Regionalzug und Berlin ist plötzlich nur eine Stunde entfernt. Eine große Versuchung, aber dann denke ich auch an das »Entschleunigen«, das mir endlich gelungen ist. Ich mag die Ruhe der Klostermauern, ich mag das weite Land mit dem steten Wind, ich mag die Ruhe …

Berlin lockt eigentlich, aber plötzlich ist es ganz weit weg – eine ganze Stunde mit der Bahn.

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