Vom Schülerpraktikum zum Meistertitel

Mit 15 fand Jannik Striegel seinen Beruf fürs Leben: Aus einem Schulpraktikum wurde eine erfolgreiche Ausbildung, der Meistertitel im Schornsteinfegerhandwerk und schließlich eine verantwortungsvolle Stelle bei der Landesinnung in Ulm.

In der achten Klasse stand für alle Hauptschüler ein Berufspraktikum an. Jannik Striegel entschied sich für den Bezirksschornsteinfegermeister Harald Riehle in Unterharmersbach – und war begeistert. Die Woche war so spannend, dass im Praktikumsbericht kein einziger negativer Punkt stand. Schnell war für ihn klar: Nach der Schule will er dort seine Lehre beginnen.

Schon während der Ferien half Striegel regelmäßig bei Kehrarbeiten mit. Nach einem Schulabschluss mit Bravour verzichtete er bewusst auf die weiterführende mittlere Reife. Die Ausbildung zum Schornsteinfeger war sein Ziel! Unterstützung fand er in Riehles Gesellen Rafael Hansmann, der sich später selbst zum Meister fortbildete. Beide wurden ein eingespieltes Team, das auch schwierige Zeiten gemeinsam meisterte, etwa als Riehle krankheitsbedingt ausfiel.

Ausbildung mit Leidenschaft

Hansmann sorgte dafür, dass Striegel seine Ausbildung beim neuen Bezirksschornsteinfegermeister Andreas Wurz fortsetzen konnte. Unter dessen Anleitung legte er an seinem 18. Geburtstag die Gesellenprüfung ab.

In den folgenden Jahren half Striegel auch in anderen Bezirken aus, wenn Arbeitskräfte fehlten, unter anderem bei Joachim Gail in Haslach. „Diese Einsätze haben mir viel Praxis und Selbstständigkeit gebracht“, sagt Striegel rückblickend.

Meisterprüfung mit Auszeichnung

Im Herbst 2023 besuchte er die einjährige Meisterschule in Ulm. Eine intensive Zeit, die er im Sommer 2024 mit einer herausragenden Prüfung abschloss. Unterstützung bekam er dabei weiterhin von seinen früheren Ausbildern Wurz und Gail. Zur bestandenen Meisterprüfung erhielt Striegel von seinem ersten Lehrmeister Harald Riehle ein besonderes Geschenk: einen maßgeschneiderten Zylinder. „Den trage ich mit Stolz“, sagt er.

Neue Aufgabe in der Landesinnung

Nach der Meisterprüfung wollte Striegel zunächst in den Zeller Betrieb zurückkehren. Doch die Landesinnung des Schornsteinfegerhandwerks Baden-Württemberg bot ihm eine Stelle als technischer Berater in Ulm an. Seit einem Jahr ist er dort tätig, betreut Innungsbetriebe und steht Kolleginnen und Kollegen mit fachlicher Beratung zur Seite.

Trotz neuer Aufgabe ist der Kontakt zur Heimat geblieben. Wenn Not am Mann ist, hilft Striegel im früheren Bezirksteam aus. Kürzlich wurde er zudem als „Bestmeiste“* seines Jahrgangs ausgezeichnet.

„Glück ins Haus bringen“

Warum gerade dieser Beruf? Für Striegel ist die Antwort einfach: „Ich bringe gerne Glück ins Haus anderer Menschen. Und wenn ich dann noch aufs Dach steigen darf, ist das die perfekte Kombination.“