Museum Villa Haiss: Ein vieldeutiges »Curiosity Cabinet«

Eine ganz besondere Künstlerin wird als nächstes die Ausstellung »4+1« im Museum Villa Haiss bereichern: Die Amerikanerin Katherine Levin-Lau zeigt ihr »Curiosity Cabinet«. Die Eröffnung findet am 15. November um 19 Uhr statt, die Künstlerin kommt persönlich.

Levin-Laus Kuriositäten-Kabinett, inspiriert von historischen »Wunderkammern«, hat einen ernsten Hintergrund. Ihr Werk lotet die visuellen Affinitäten zwischen lebenden ökologischen Elementen aus. Dazu die Künstlerin: »Ich erachte die Ausrottung und Bedrohung der Artenvielfalt in allen Teilen der Welt als eine unserer dringlichsten Herausforderungen. Es besteht ein Domino-Effekt, der durch Umweltverschmutzung, globaler Klimaerwärmung und Raffgier ausgelöst wird. Die Bilder, die ich sammele und zeichne, erfüllen mich mit Ehrfurcht; inspirieren expansive Affinitäten. In gewissem Sinn werden meine Werke zu Altären, auf die ich diese fragilen Lebewesen lege, in der Hoffnung, dass ich sie durch die Kodifizierung in Netzwerken minutiöser, umsichtig visueller Relation womöglich zu retten vermag – nicht unähnlich Noah, der seine Tiere auf die Arche holte.«

In Levin-Laus Einzelausstellungen werden ihre jüngsten Druckgrafiken präsentiert. Diese Werke entstehen durch Zeichnungen, die mit Tinte auf Monotypie-Platten aufgetragen und dann mit der Presse auf Papier gedruckt werden.

Eine weitere Ausstellung von Katherine Levin-Lau findet im Carl-Schurz-Haus (Deutsch-Amerikanisches Institut) in Freiburg statt; Eröffnung ist am 22. November, 19 Uhr. Beide Ausstellungen wurden von dem deutschen Kurator und Galeristen Walter Bischoff arrangiert. Bischoff konstatiert: »Durch die Anwendung von Schichtverfahren, die die Künstlerin entwickelt hat, ist Levin-Lau zu einer Pionierin neuer Methoden der Monotypie geworden und hat dieser Technik zu neuen Höhen verholfen. Ihre Materie rückt auf krasse und doch farbenfrohe Weise andere Lebewesen in den Blick, mit denen wir die Erde teilen und deren Überlebenschancen durch menschliche Entscheidungen zutiefst betroffen sind oder waren.«

Die Künstlerin wird bei beiden Eröffnungen zugegen sein. Der Eintritt ist frei.

Die Ausstellung ist bis 26.01.2020 zu besichtigen.