Filmarchiv Oberharmersbach: Rückblick im Film

Zu einem Filmabend lädt das Filmarchiv Oberharmersbach ein. Am Mittwoch,4. März 2020 um 20 Uhr erinnern im Gasthaus »Hubertus« die bewegten Bilder an wichtige Ereignisse in der Gemeinde Oberharmersbach.

Zu Beginn der 1960er Jahre hat der damalige Oberharmersbacher Ratschreiber Georg Lehmann begonnen, wichtige Ereignisse der Gemeinde im Film zu dokumentieren. Aus jenen Jahren ist auch der Film der ersten Nachkriegsprimiz von Reinhold Killig im Juni 1967 erhalten. Damals bereitete die ganze Gemeinde ihrem Primizianten zur Begrüßung einen »großen Bahnhof« mit den örtlichen Vereinen und einen entsprechenden Festtag.

Nach dem Tode von Georg Lehmann 1974 übernahm sein Sohn Karl-August Lehmann diese Aufgabe. Zu den wiederkehrenden Terminen zählten die närrischen Tage. Seit erstmals 1964 der Umzug mit einem Motto am Fasentmontag durch das Tal zog, sind diese Auftritte lückenlos bis 2004 dokumentiert und zeigen so die Entwicklung der Oberharmersbacher Fasent mit ihren zahlreichen Gemeinschaften und deren Einfällen.

Vor 40 Jahren zelebrierte die Bärenzunft Oberharmersbach die närrischen Tage mit einem unterhaltsamen Zunftabend – damals noch in beengter Stimmung im Stubensaal – einem gut besuchten Preismaskenball und mit einem Umzug, der unter dem Motto »Buntes Fernsehprogramm« auch schon damals die Menschen in Scharen angelockt hatte. Das Filmarchiv erinnert an die damalige Fasentstimmung.

Zu den Arbeiten zählte auch die Dokumentation weniger erfreulicher Anlässe. Dass die Sturmkatastrophe »Lothar« im Dezember 1999 auch das Signal für das Ende des Schmalfilmarchivs bedeutete, war reiner Zufall. Was über Jahrzehnte mit einer surrenden Super 8-Kamera auf Zelluloid gebannt wurde, war sehr bald ein »überlebtes« Dokument der Zeitgeschichte, die heute von Digi-Cams weniger umständlich und erheblich kostengünstiger von fast jedermann auf Festplatte festgehalten wird. Die Digitalisierungswelle überrollte das Zeitalter des Zelluloids.

Keine 50 Jahre nach Einführung der Super-8-Kassette durch Kodak wurde schon 1998 der Schmalfilm mit Tonspur nicht mehr produziert und zu Beginn der 2000er Jahre wurde es immer schwieriger, Schmalfilme zu erhalten, die zu allem Überdruss zentral nur noch in den USA entwickelt wurden. Dennoch hat das Filmarchiv Oberharmersbach mit Restbeständen von Schmalfilmen noch einige Szenen der damaligen Sturmschäden festhalten können.