50 Unterentersbacher Schüler und Schülerinnen zogen am 22. Februar durchs Dorf. Die Kindergartenkinder sind in kleinen Gruppen unterwegs.
Foto: Martin Huber
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Foto: Martin HuberEine Tradition am 22. Februar ist das Fest „Petri Stuhlfeier“, die schon seit unzähligen Jahren gelebt wird. Es sollen die bösen Geister des Winters, der Kälte und des Todes vertrieben und die belebenden Kräfte der noch erstarrten Natur geweckt werden. Laut Aufzeichnungen von früher gibt es diesen Tag schon seit Mitte des 17. Jahrhunderts. Die Menschen flehten an diesem Tag um Hilfe gegen große Not, Pest, Plagen und Hungersnot.
Ursprünglich Form ist erhalten geblieben
In Unterentersbach ist der Peterstag noch sehr ausgeprägt und allzu viel hat sich an der alten Tradition nicht geändert. So wird der Peterstagspruch noch in seiner ursprünglichen Form an den Haustüren aufgesagt. Auch das zu Beginn des Heischganges in der Nikolauskirche ein „Vater unser“ gebetet wird, bevor man sich auf den Weg macht.
50 Unterentersbacher Schüler und Schülerinnen von der 1. bis zur 9. Klasse hatten sich getroffen. Eine Polizei oder Lehrer braucht es nicht, die Achtklässer sorgten für Ordnung und führten die Teilnehmerliste, die Neuntklässler waren Sackträger/innen, welche an den Haustüren den Spruch aufsagen und die Gaben einsammeln.
In diesem Jahr gab es neun Sackträger/innen, die Schulkinder wurden in Zweierreihen aufgestellt, dann gings los den Pflug-Buckel hinauf, vorneweg die Korbträger.
Schon an der ersten Haustür wurde geöffnet, die drei Mädchen Madlen Willmann, Theresa Schätzle und Jana Kalt sagten den Spruch auf: „Wir treten herein so stark und so fest. Wir grüßen den Hausvater und alle seine Gäst. Grüßen wir das eine oder andere nicht, so sind wir die Entersbacher Petersmädchen (-buben) nicht…“ Sie bekamen hier ihre Gaben, die im Zwillichsack der Sackträger verstaut wurden und sprachen weiter: „Wir danken euch ganz höflich, weil ihr uns gegeben habt ganz barmherziglich. Wir wünschen euch ein langes Leben, das euch Gott der Herr mag geben.“
Bohnen, Schnitz, Obst und Nüsse wie früher gibt es heute natürlich nicht mehr, dafür geben die Leute Geld und Süßigkeiten. Nach einigen Tagen, wenn alles verrechnet ist, erhalten die Peterschüler die gesammelten Gaben gerecht verteilt.
Derweil warteten die Schüler am Straßenrand und sangen ihren Peterlisspruch: „Hit, hit, hit isch Peterlistag, moin, moin, moin isch wieder ä Dag“.
Die Kindergartenkinder hingegen dürfen alleine oder in kleinen Gruppen gehen, meist natürlich in Begleitung eines Erwachsenen.
Mit dem E-Bike in die Außenbezirke
Sicherlich war der Weg früher länger, aber die Entersbacher Außenbezirke werden immer noch aufgesucht: Bergbur, Ladhof, Stöcken, Gröbern, Bind und Eisensprung. Früher wurden die Sackträger mit dem Feuerwehrauto dorthin gefahren. Aber die Mädchen und Buben der 9. Klasse sind einfallsreicher geworden.
Heute fährt eine Gruppe Sackträger die Strecke mit dem E-Bike ab, während die anderen Sackträger, drei Buben und drei Mädchen durch‘s Dorf von Haus zu Haus ziehen, am Vormittag Nußbaumstraße, Siedlung und Neubaugebiet, am Nachmittag dann Gass, Dorfstraße bis am späten Nachmittag dann das Oberdorf erreicht wurde.





