Die geführte Wanderung am 19. April führt durch eine Zeit, in der das Nordrachtal noch geteilt war und Glasmeister das wirtschaftliche Leben bestimmten.
Lange bevor Nordrach zu dem wurde, was es heute ist, war das Tal von einer besonderen Geschichte geprägt. Bis 1803 verlief hier eine unsichtbare Grenze. Der vordere Talbereich gehörte als Stabgemeinde zur Reichsstadt Zell am Harmersbach. Die Höhenlagen von Hilseck über die Moos und das Mitteleck bis zum Schäfersfeld unterstanden dagegen der Benediktinerabtei Gengenbach. Bereits im 13. Jahrhundert bestätigte König Rudolf von Habsburg dem Kloster die Rechte an diesen Waldgebieten. Zugleich erteilte er den Auftrag zur Rodung und Besiedlung. Diese Pionierarbeit ist für das Mitteleck erstmals 1334 urkundlich belegt.
Vom Wald zum Glas
Der große Reichtum der Region lag im Holz. Um ihn zu nutzen, errichtete das Kloster Gengenbach 1695 eine erste Glashütte im Dörrenbach, dem heutigen „Glasbach“. Die Glasherstellung war damals ein wanderndes Gewerbe. Sobald das Holz knapp wurde, zog die Produktion weiter. 1737 wechselte die Hütte auf die andere Talseite, 1777 schließlich auf die Talsohle. Ein stilles Zeugnis dieser Zeit ist das „Glaserkirchlein“. Nach dem Tod des Glasermeisters Johannes Sigwarth ließ seine Witwe 1724 eine Kapelle errichten. Sie wurde mehrfach versetzt und 1904 durch einen Steinbau ersetzt, der bis heute erhalten ist.
Geschichte wieder sichtbar machen
Was von dieser Zeit geblieben ist, hat Thomas Laifer in jahrelanger Arbeit rekonstruiert. Seit 25 Jahren wertet er Archive aus. So lassen sich heute die Standorte früherer Höfe und Glashütten auf einem rund 22 Kilometer langen Rundweg nachvollziehen.
Bei der geführten Wanderung am Sonntag, 19. April, gibt Thomas Laifer Einblicke in das Leben der Glasmacher und der Höhenbauern. Die Strecke führt auf einem Teil des Altoppenauer Weges. Stationen sind unter anderem der Steinerne Wegweiser bei Neuglashütten, der zweite Standort der Nordracher Glasfabrikation mit einst zwei Glasöfen, sowie die Geißschleif.
Weiter geht es zum Buchwaldhof auf Hilseck, dem Geburtsort von Johannes Käßhammer, dem Stifter des Käßhammer-Kreuzes bei der Nordracher Pfarrkirche. Über den Mitteleckhof, den ersten Hof auf der ehemaligen Gemarkung, führt der Weg zurück zum Ausgangspunkt.
Die wichtigsten Infos
Die Wanderung startet am 19. April um 13.30 Uhr am Parkplatz Schäfersfeld. Die Strecke ist rund zehn Kilometer lang und umfasst etwa 100 Höhenmeter. Die Teilnahme ist kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.





