Von der Kunst fröhlicher Bilder

Unter diesem Titel eröffnet die Arthus-Galerie Zell am Samstag, 16. September um 17 Uhr, ihre neue Wechselausstellung mit Werken des international bekannten Künstlers aus dem Schwabenländle: Thitz.

Hinter dem Künstlernamen Thitz verbirgt sich der bei Stuttgart lebende Künstler Matthias Schemel, der 1962 geboren wurde und in den 1980er Jahren in Stuttgart Malerei studiert hat. Schon in Schulzeiten wurde er mit dem Spitznamen Thitz gerufen. So lag es nahe diesen als Künstlernamen zu verwenden.

Seine bevorzugten Themen sind Stadtlandschaften. Diese fröhlichen Bilder von Thitz gleichen Comics aus der Pop-Ära. Doch Thitz’ Werke sind tiefgründiger. Viel eher sind es urbane Impressionen ebenso der Jetzt-Zeit wie Zukunftsvisionen, festgehalten in einer zeitgenössischen Malweise. Dabei sind bekannte Sehenswürdigkeiten die Indizien, um welche Metropole es sich handeln könnte. Dennoch sind es keine Städteportraits. Die Städte sind bevölkert von bunten Menschen; quirliges Leben, der alltägliche Rush, visualisierter Lärm breiten sich in den wachsenden Metropolen seiner Bilder aus. Thitz setzt die Schrift als quasi audiovisuelles Hilfsmittel ein. Damit schafft er es, die Geräusche einer nie ruhenden Metropole zu visualisieren. Dialoge, Reklamen und Stimmungen werden so dem Betrachter nahe gebracht. Trotz der manchmal schrillen Buntheit strahlen diese Städte mit ihrem urbanen Dschungel auch eine tiefe Melancholie aus. Boom und Apokalypse scheinen die Baumeister dieser urbanen Landschaften zu sein.

Thitz’ Bilder reflektieren unsere Gegenwart – manchmal mehr als uns lieb ist. Diese Werke sind mit Acrylfarben auf seinem bevorzugten Malgrund, den Tüten, Symbol unserer Konsumwelt, gemalt. Ob als Brottüte oder Shoppingtüte: Alles was Henkel hat, wird als Malgrund verwendet. Die Henkel bleiben als äußeres Zeichen an den Arbeiten. Daher der Name Tüten-Thitz. Seine Werke befinden sich in bedeutenden nationalen und internationalen Sammlungen. Rund 35 klein- und großformatige Werke, auf Tüten gemalt, präsentiert die Ausstellung bis zum 27. Oktober.

Zur Vernissage am Samstag, 16. September um 17 Uhr, spricht Kunsthistoriker und Museumsdirektor a. D. Dr. Friedhelm Häring. Der Künstler wird selbst anwesend sein. Alle Kunstinteressierten und die, die es werden wollen, sind herzlich zur Vernissage eingeladen.