Diplomat Wolfgang Mössinger berichtet über die Ostukraine

Wir hören nur noch selten vom Konflikt in der Ostukraine. Andere Krisen nehmen unsere Aufmerksamkeit in Anspruch. Aber dennoch: in den östlichen Gebieten Donezk und Luhansk wird weiter gekämpft. Jede Woche sterben Zivilisten und Soldaten auf beiden Seiten.

Gibt es wirklich nichts Neues aus der Ostukraine zu berichten über einen Konflikt, der sich endlos in die Länge zu ziehen scheint? Ist der Aufbruch des Landes in Richtung Europa, für den über 100 Menschen in der »Revolution der Würde« im Februar 2014 ihr Leben gelassen haben, schon wieder an der Korruption der Machteliten des Landes gescheitert, so wie nach 2004 die »Orangene Revolution«?

Seit Juli 2015 beobachtet der aus Zell a. H. stammende Diplomat Wolfgang Mössinger die politische, militärische, wirtschaftliche und ­soziale Lage dieses Teils des Landes. Vom Dienstort Dnipro aus hat Generalkonsul Wolfgang Mössinger durch zahlreiche Reisen in das Krisengebiet die Folgen des Krieges und den humanitären Hilfsbedarf mit eigenen Augen gesehen. Er kann aber auch von gesellschaftlichem Fortschritt in einem Land ­berichten, das sich unumkehrbar auf den Weg einer an westlichen Vorbildern ausgerichteten Demokratie gemacht hat.

Am Dienstag, 10. Januar 2017, 20.00 Uhr wird er im Kulturzentrum Obere Fabrik über seine Eindrücke in der Ostukraine berichten.

In seinem Vortrag will der Vertreter Deutschlands vor Ort das Bewusstsein dafür wachhalten, dass die Menschen in der Ukraine nach wie vor unsere Unterstützung brauchen, finanziell, aber auch moralisch. Die Not an der sogenannten Kontaktlinie ist eher größer geworden. In den von den Separatisten kontrollierten Gebieten droht gar eine humanitäre Katastrophe. Viele Binnenflüchtlinge leben noch immer in prekären Verhältnissen.

Andererseits darf nicht aus den Augen verloren werden, dass die Ukraine auch Erfolge vorweisen kann: Erfolge bei der Entwicklung einer lebendigen und selbstbewussten Zivilgesellschaft, bei einer sich modernisierenden Wirtschaft und im Kampf gegen die Korruption.

Zu diesem ungewöhnlichen Vortrag im Ort lädt die VHS Zell herzlich ein. Eintritt ist frei.