Pilzwanderung

Die Pilze sind wieder da, und zwar in Massen! Nachdem das Aufkommen im ersten Halbjahr wegen der Trockenheit eher mau bis gar nicht vorhanden war, scheint die Natur jetzt das bisher Versäumte nachholen zu wollen.

Interessant ist dabei das massenhafte Auftreten des Riesenschirmlings (Parasol). Dabei handelt es sich um einen äußerst schmackhaften und ergiebigen Pilz, der von manchen auch als »Schnitzel des Waldes« bezeichnet wird. Das kommt daher, weil man die Hüte wie ein Schnitzel zubereiten kann. Auch die großen Stiele lassen sich noch verwenden. Sie werden getrocknet und dann zermahlen. Mit dem Pilzpulver lassen sich schmackhafte Soßen zubereiten.

Auch Steinpilze sind derzeit häufig zu finden und natürlich Champignons, die der Fachmann als Egerlinge bezeichnet. Im populären Sprachgebrauch werden nur die giftigen Champignons, auch diese gibt es, Egerlinge genannt, biologisch ist diese Unterscheidung Unsinn. Ein häufig verkannter guter Speisepilz ist der Violette Lack­trichterling. Obwohl es ein kleiner Pilz ist, lohnt sich das Sammeln, da er massenweise auftritt. Über den Pfifferling braucht man keine Worte zu verlieren, schmackhaft und häufig noch besser sind seine Verwandten, z.B. der Trompetenpfifferling.

Gefahr droht von Giftpilzen. Die häufigste Ursache von tödlichen Vergiftungen ist die Verwechslung von grünen Knollenblätterpilzen, von denen es fatalerweise auch eine weiße Form gibt, mit Champignons. Dabei lässt sich das mit einem Minimum an Sorgfalt vermeiden. Man muss dem Pilz nur unter den Hut schauen. Knollenblätterpilze haben rein weiße Lamellen, die der Champignons sind mindestens rosa und gehen in Brauntöne über. Auch die Schleierlinge sind äußerst gefährlich, teils sogar heimtückisch. Von den über 360 Arten sind nur drei essbar.

Es gilt also, bei der Pilzsuche die Augen offen zu halten. Deshalb veranstaltet der Gasthof »Rebstock« in Zell-Stöcken an diesem Freitag, 13. Oktober, eine Pilzwanderung mit anschließender Fundbesprechung mit dem Pilzsachverständigen Christian Petersen. Die Gebühr für den Sachverständigen beträgt fünf Euro pro Person. Treffpunkt ist um 14 Uhr am Gasthof. Neben festem Schuhwerk und der Witterung entsprechender Kleidung ist ein Korb zum Sammeln mitzubringen, keine Plastiktüten. Die Pilze sollten nicht abgeschnitten werden, sondern mit dem Stiel mit Hilfe eines Messers ausgegraben werden, da der komplette Stiel ein wichtiges Bestimmungsmerkmal ist.