Neue Heimat für Amerikaner

»Jägerstüble« schließt nach 51 Jahren und wird Altersruhesitz – Flohmarkt bietet Gelegenheit, Erinnerungsstücke zu erwerben

Mit einem lachenden und weinenden Auge nahmen Sonja und Martin Wurth Abschied als Wirtsleute im Gasthaus »Jägerstüble«. Sie hatten die gemütliche Gaststätte im Holdersbachtal 1997 übernommen, das nun nach 51 Jahren endgültig schließt.

In den vergangenen Wochen waren viele Gäste zu Sonja und Martin gekommen, um noch einmal die gastfreundliche Atmosphäre und die gepflegte Küche zu erleben. Dabei gaben sich auch die neuen Besitzer ihr Stelldichein. Die beiden US-Amerikaner Alan »Jimmie« Miller und John Davenport aus Salt Lake City im Bundesstaat Utah haben das Haus als Alterssitz erworben. Alan war von 1984 bis 1988 auf der »Air Base Ramstein« stationiert und kehrte danach in die Vereinigten Staaten zurück, wo er seinen jetzigen Partner und nunmehr ehemaligen Richter John kennen gelernt hatte. Immer wieder machten beide Urlaub in Deutschland und besuchten auch mehrmals den Schwarzwald. »Deutschland ist schön, der Schwarzwald noch schöner, aber in Oberharmersbach hat es uns am besten gefallen«, deutet er aus dem Fenster auf die leicht gezuckerte Winterlandschaft im Holdersbach. Seit vergangenen September war für beide klar, ihren Lebensabend hier in Oberharmersbach zu verbringen. Als sie damals während ihres Urlaubsaufenthaltes im Gasthaus Linde hörten, dass das »Jägerstüble« zum Verkauf stehe, haben sie ihr Wunschdomizil in herrlicher Landschaft gefunden. Sonja und Martin Wurth wissen ihr Haus in besten Händen. Zum 1. März werden Alan und John hier ein­ziehen.

Viel verändern wird sich am »Innenleben« der bisherigen Gaststätte nicht. Die Übernachtungsmöglichkeiten könne man gut gebrauchen, ergänzt John, schließlich habe er eine große Verwandtschaft, die alle in nächster Zeit die von ihm geschätzte Landschaft auch mal erleben wolle. »Und wir werden in unserem Wohnzimmer die Biertheke behalten«, lacht Alan. Dass die beiden freundlichen Amerikaner hier bes­tens aufgenommen werden, zeigte sich bei der Abschiedsparty am vergangenen Sonntag. Nachbarn, Freunde und Bekannte waren gekommen, um den letzten Tag im »Jägerstüble« zu feiern und die neuen Eigentümer kennen zu lernen.

»Wir möchten uns bei allen Gästen, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, den Lieferanten und unseren freundlichen Nachbarn bedanken«, fanden Sonja und Martin ein kurzes, aber herzliches Schlusswort. Man habe die Entscheidung des Verkaufs getroffen und sie sei zum richtigen Zeitpunkt gefallen. Martin wird künftig als Koch in einem Restaurant arbeiten. Sonja wird im Service ein­steigen und sich zusammen mit Sohn David verstärkt ihrer Online-Agentur »SoDa« widmen.

An den Freitagen, 16. beziehungsweise 23. Februar von 16 bis 20 Uhr und den Samstagen, 17. beziehungsweise 24. Februar von 10 bis 14 Uhr bietet das Ehepaar Wurth bei einem Flohmarkt die Möglichkeit, das eine oder andere Erinnerungsstück vom »Jägerstüble« zu erwerben.

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