Sie verzaubert Auge und Gaumen mit ihren fantasievollen Kreationen:

Alisa Herrmann hat eine süß-bunte Leidenschaft

Vor allem zu Geburtstagen und Familienfeiern backt Alisa Herrmann prachtvolle Fantasiekuchen und -torten. Doch natürlich bot auch Weihnachten der 16-Jährigen Anlass, ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen.

Bunt und kreativ sind Alisas Backwerke und genau das macht deren Besonderheit aus. Angefangen hat alles »vor schon ganz langer Zeit«. Elf oder zwölf Jahre alt war sie da und sah blaue Cupcakes, die sie nachmachen wollte. Blaue »Monsterkekse« mit liebenswerten Monstergesichtern und Haaren aus blauen Kokosrapseln entstanden daraufhin.

»Von da an ging’s los, mit Farbe und Regenbogenkuchen«, erzählt die junge Nordracherin. Will heißen: Seither hat sie eine ausgeprägte Vorliebe dafür, Teige mit Lebensmittelfarbe einzufärben, hinzu kommt das Dekorieren. Eine regelrechte Schatzkiste ist es, die zu diesem Zweck in der vom Vater geschreinerten elterlichen Küche steht. Neben Farbtuben finden sich darin Streusel, Miniperlen, buntes Zuckergranulat, kleine Herzen, Sterne, sowie Weiteres in allen möglichen Farben und Formen.

Ein besonderer Gag ist der Einsatz von mit Lebensmittelfarbe bedrucktem Esspapier, so lässt sich eine Torte sogar mit einem Foto schmücken. Als die angehende Erzieherin, die in Gengenbach eine Fachschule für Sozialpädagogik besucht, auf diese Weise eine Kindergeburtstagstorte für ein Nachbarskind schuf, stellte dessen Mutter das Foto des allenthalben bestaunten Ergebnisses in Facebook ein.

»Danach bin ich ganz oft auf meine Kuchen angesprochen worden und jeder wünscht sich so einen«, verrät das zurückhaltende Mädchen. Alisa selbst jedoch macht eher keine Fotos von ihren Werken, »dazu bin ich nicht der Typ«, meint sie und lächelt still, ihre erwachsene Schwester Sabrina dagegen, die fotografiere alles.

Zweifarbige Buttercreme

Für ihre spezielle Weihnachtstorte hat Alisa nun acht Rührteigböden einzeln abgebacken, jeweils zwei davon in den Weihnachtsfarben rot und grün eingefärbt. Aus der Mitte der Böden sticht sie Kreise aus und setzt alles unterschiedlich wieder zusammen, mithilfe von Frischkäse-Buttercreme als »Kleber«. Dann kommt das Aufeinandersetzen der Böden an die Reihe – genau bündig und ohne dass die Kreise aus den Ringen fallen dürfen. Das erfordert Übung, und die hat Alisa. »Ich habe schon immer gerne gekocht und gebacken, das machen wir in der Familie eigentlich alle gerne«, meint das Mädchen, das als weiteres Hobby im Musikverein Querflöte spielt. Und das sie sich hätte vorstellen können, zwecks Berufsausübung das Konditorhandwerk zu lernen – wären da nicht die abschreckenden Arbeitszeiten.

Jeder der zusammengepuzzelten Tortenböden wird – ganz dünn – mit Aprikosenkonfitüre, Mango-Orangen-Maracuja-Nektar und der Buttercreme bestrichen. Letztere bedeckt schließlich auch das Äußere der Torte. Nicht zu dünn und nicht zu dick, damit die Farbe der Böden durchschimmert und dennoch alles schön glatt ist.

Kunstvolles Tropfen

Anschließend lässt Alisa löffelchenweise und denkbar vorsichtig Tropfen geschmolzener Vollmilchkuvertüre von der Tortenkante herablaufen, nur ein Stück weit jedoch – eine Kunst für sich, für die die Torte kalt genug sein muss und die Schokolade wiederum nicht zu heiß und nicht zu kalt sein darf. Eine Kunst, bei der Alisa trotz aller Konzentration vollkommen ruhig und entspannt ist, »mir macht das einfach Spaß«. Gleiches gilt für das Aufspritzen des weihnachtlichen Schriftzugs. Und wenn doch mal was daneben geht? »Das ärgert mich«, gesteht die junge Tortenkünstlerin, »aber dann ist es halt so, wie es ist.«

Fehlen noch Tupfer aus zweifarbiger Buttercreme und Sahne sowie Schokostreusel für den letzten Pfiff, dann ist Alisa fertig. Nach fünf bis sechs Stunden Arbeit. Große Spannung jetzt beim Anschnitt des Prachtstücks: Wie ist es innen geworden?! Alisa nickt zufrieden. Und der Geschmack? Einfach köstlich!