Kirchenchöre erschließen neues Gesangbuch

Chormitglieder des ehemaligen Dekanats Kinzigtal trafen sich zum Chortag

Rund 200 Sängerinnen und Sänger probten am vergangenen Sonntagnachmittag unter Leitung von sieben verschiedenen Dirigenten zehn neue Lieder aus dem »Gotteslob«. Anschließend brachten sie diese Gesänge in eine Abendandacht ein, zu der die Gläubigen der Umgebung eingeladen waren.

Geleitet wurde das »Abendlob« von Dekanatspräses Frank Maier, Pfarrer von Bad Rippoldsau-Schapbach. Die Begleitung an der Orgel übernahm Michaela Große, Biberach. Nach dem Gottesdienst trafen sich die Chormitglieder zum geselligen Ausklang in Biberachs Festhalle.

Im Advent 2013 wurde das neue Gotteslob offiziell eingeführt. Um die Gemeinden mit den neuen Liedern bekannt zu machen, sollen die Kirchenchöre eine Vorreiterrolle übernehmen. Deshalb wurde zum zweiten Mal zu einem Treffen der Kirchenchöre im Dekanat eingeladen.
Begrüßt wurden die Sängerinnen und Sänger von Bonaventura Gerner, dem Pfarrer der Seelsorgeeinheit Zell, zu der Biberach gehört. Gerner freute sich über die gute Stimmung, welche die Sangesfreunde zum Gottesdienst mitbrachten, obwohl das herrliche Oktoberwetter alternativ zu einem Spaziergang in der Natur lockte.

Das erste Lied wurde von Biberachs Dirigentin Sonja Große geleitet. Es zeigte mit seinem fließenden und zugleich rhythmischen Charakter, dass im Gotteslob ein neuer musikalischer Wind weht. Noch deutlicher wurde der moderne Zug im Kanon zum Gloria, bei dem Uta Ludwig vom Kirchenchor Fischerbach den Einsatz gab. Der wiegende Schwung lud dazu ein, mit dem Körper mitzugehen, wie man es von Gospel-Liedern kennt.

Aus einem Guss waren meditative Gedanken zum inneren Sehnen des Menschen nach Gott, vorgetragen von Pfarrer Maier, mit dem Lied »Da wohnt ein Sehnen«, geleitet von Bernhard Mussler, Dirigent in Haslach. Dekanatsreferentin Dr. Ruth Scholz erläuterte anschließend die Entstehungsgeschichte des zeitgenössischen Liedes, dessen englische Fassung in einen deutschen Text übertragen wurde.

Neuer musikalischer Wind weht

Einen eigenen Reiz verströmte das Lied »Wäre Gesanges voll unser Mund«, weil es Dirigent Martin Schoch von Bad-Rippoldsau-Schapbach im Wechsel von Frauen- und Männerstimmen singen ließ. Das Repertoire an Halleluja-Gesängen zur Rahmung des Evangeliums erweiterte Dirigent Herbert Messmer von Oberwolfach. Auch beim Lied »Alle Menschen höret« bediente sich der Gesangsleiter dieses Stilmittels, wobei die Frauen beim Gesang vorlegten und die Männer ihnen im Abstand folgten.

Das gegen Ende eingebrachte Lied »Der Herr wird mich in seiner Güte segnen« wurde von Dorothea Eberhardt dirigiert. Sie leitet die Kirchenchöre von Hausach und Niederwasser. Und schließlich wagten sich die Sängerinnen und Sänger an ein englisches Lied »Jesus Christ, You are my life«. Allerdings bedient sich hier nur der Kehrvers der englischen Sprache. Die Vorsänger-Strophen sind in Deutsch gefasst. Das Lied dürfte sich in einem Gemeindegottesdienst aufgreifen lassen. Beim Chortag wurde es von Judith Wernet vom Kirchenchor Steinach geleitet.

In seiner Ansprache hatte Pfarrer Maier den Beginn des deutschen Gemeindegesangs mit dem Reformator Martin Luther verknüpft. In der Erzdiözese Freiburg sei das erste Kirchengesangbuch (Magnifikat) 1839 erschienen. Das neue Gotteslob stehe für die sechste Generation. Es sei den Gemeinden zu wünschen, dass sich die Begeisterung der Chöre für das neue Liedgut auf die Gemeinden überträgt.